Noch so viele ToDos und nur mehr so wenig Woche?

Es ist Donnerstag Morgen – puh, schon Donnerstag!
Noch so viele ToDos und nur mehr so wenig Woche?
 
Na ja, erst einmal Kaffee. Zwischendurch ein Blick aufs Handy, mal Social Media checken und ein kurzer Blick auf die Mails. Nur zur Sicherheit – wer weiß… Dann ins Badezimmer um meinen Sohn für den Kindergarten fertig zu machen. Während mein Mann ihn in den Kindergarten bringt, das erste Mal durchatmen. Kurz Zeit für mich. Nochmal ein Blick aufs Handy.
 
Dann aber schnell an den Computer. Schon Donnerstag und noch so viel zu tun!
Erst einmal Mails durchsehen, Wichtiges beantworten, dann nochmal kurz einen Blick auf Social Media – gut dass mich Facebook an die heutigen Geburtstage erinnert. Geburtstagsgratulationen via WhatsApp noch schnell versenden. Da sehe ich weitere unbeantwortete Nachrichten. Das kann ich auch noch schnell erledigen oder ich rufe am besten gleich an…

SCHON SO SPÄT. UND WIEDER NICHTS GESCHAFFT. IRGENDWIE DREH ICH MICH IM KREIS.

So läuft es ab wenn ich allem einfach seinem Lauf lasse.
Immer wieder schleichen sich Ablenkungen ein, immer wieder mal kommt die Angst etwas zu verpassen auf und immer wieder versuche ich multitaskingfähig zu sein.
Doch ist es das wert vor lauter Ablenkungen den eigentlichen Moment nicht zu erleben?
Und gibt es wirklich so viel zu verpassen? Auf Instagram? Really?
Hat es mich je weitergebracht Millionen von Aufgaben gleichzeitig anzugehen?

DIE ANTWORT AUF ALL DAS FÄLLT MIR LEICHT: NEIN! EINDEUTIG NEIN!

Da ich diese Situationen schon unzählige Male erlebt habe, läuten heute die Alarmglocken, wenn ich wieder dem scheinbaren „Lauf der Dinge“ verfalle. Und ich habe Strategien entwickelt um dies zu vermeiden. Vielleicht helfen sie ja auch dir weiter.
01 BILDSCHIRMAUSZEIT
Zwischen 22:00 und 7:00 kann ich während der Woche auf meinem Smartphone nur Anrufe empfangen. Ich erhalte keine WhatApp-Nachrichten und kann Social Media nicht nutzen. Zumindest werde ich darauf aufmerksam gemacht, dass derzeit die Bildschirmzeit für diese Applikation nicht aktiviert ist. Mit einem einfachen Klick auf „Limit ignorieren“ kann die App zwar dennoch aktiviert werden, doch alleine dadurch, dass dies nötig ist ermahnt man sich selbst und vermeidet unnötiges surfen nebenbei. Denn der Klick auf Instagram, Facebook und Co. ist schon lange keine bewusste Medienzeit mehr, sondern vielmehr eine ständige Ablenkung.
ABER WENN ETWAS GANZ WICHTIGES PASSIERT? IM FALLE EINES NOTFALLS?
Handelt es sich um einen echten Notfall bekommt man im Normalfall einen Anruf. Und was soll sonst schon so Wichtiges passieren, dass es nicht ausreicht wenn wir es am nächsten Tag erfahren?
02 SELBSTREFLEXION
Wenn wir ehrlich sind, ist die Angst etwas zu verpassen, die sogenannte FOMO, oftmals mehr in uns verankert als wir zugeben möchten. Auf Social Media können wir im Sekundentakt scheinbare Neuigkeiten konsumieren, in WhatsApp-Gruppen tauschen wir uns stetig aus und die E-Mails müssen laufend gecheckt werden um Anfragen schnell zu beantworten.
DOCH MÜSSEN WIR WIRKLICH IMMER AM LAUFENDEN SEIN? WAS VERPASSEN WIR DENN EIGENTLICH? WIE OFT IST EINE UNMITTELBARE REAKTION AUF ETWAS TATSÄCHLICH UNBEDINGT NÖTIG?
Wesentlich weniger oft als wir vermeintlich denken.
Denn das was wir verpassen ist nicht auf unserem Smartphone zu finden, sondern im Hier und Jetzt, in der realen Welt. Auch ich liebe Social Media und lese und like und teile sehr gerne. Doch gerade dann hilft es Social Media bewusst zu konsumieren und sich fixe Medienzeiten einzuteilen, insbesondere wenn man Social Media beruflich nutzt. Um dann wieder das Hier und Jetzt zu genießen und wertzuschätzen.
03 MORGENROUTINE
Um das zu schätzen was ich habe, mich darauf zu fokussieren was ich möchte und meine Vision zu leben, hilft mir eine Morgenroutine. Mit einem Kleinkind scheint es zunächst fast unmöglich eine Morgenroutine aufrecht zu erhalten, aber ich habe für mich eine Strategie entwickelt, wie ich dennoch eine kurze Morgenroutine beibehalte. Diese startet nämlich erst sobald mein Sohn aus dem Haus ist.
 
Zunächst nehme ich mir 15 Minuten Zeit für mich und meinen Körper. Da ich Abwechslung liebe ist dies Yoga, Laufen, Workout oder Tanz – auf was ich gerade Lust habe. Und obwohl hier zunächst der Fokus auf dem Körper liegt, tut es es dem Geist auch schon so unfassbar gut. Oftmals ergänze ich dann auch eine kurze Meditation.
 
So kann ich viel fokussierter und energiegeladener in den Tag starten. Ich konzentriere mich dabei vor allem darauf, was mir wirklich wichtig ist, was meine Vision ist und was ich heute dafür tun kann diese zu leben. Ich versuche mich von Erwartungshaltungen anderer zu befreien und herauszufinden was für mich der richtige Weg ist. So kann ich positiv in den Tag starten und mit meinem unverbesserlichen Optimismus auch andere anstecken.
04 DEEP WORK
Tagsüber prasseln auf uns alle unzählige Eindrücke und Botschaften ein. Viele Ablenkungen und scheinbares Multitasking bremsen vor allem auch beruflich. Denn werden wir abgelenkt, brauchen wir in etwa 4-8 Minuten um überhaupt wieder ins Thema zu kommen. Werden wir also mehrmals unterbrochen beginnen wir ständig von Vorne mit ein und der selben Aufgabe. Was mir dagegen hilft? Deep Work!
KEIN HANDY, KEINE E-MAILS, KEINE ANRUFE.
0,0 ABLENKUNG.
Im ersten Schritt priorisiere ich meine Aufgaben und überlege bei welchen ich absolute Ruhe benötige. Für mich ist dies beispielsweise „Texte schreiben“ – so wie diesen hier.
Dann nehme ich mir lediglich ein, zwei Aufgaben raus und überlege wie viel Zeit ich dafür benötige um dann meine Deep Work Zeit zu planen.
 
Zum Deep Work-Start ist es wichtig zunächst alle Ablenkungen aus dem Weg zu räumen. Das Handy in einen andern Raum zu legen, denn nur umdrehen hilft nicht (wissenschaftlich belegt!). Alle Anwendungen die du aktuell nicht für die eine Aufgabe brauchst am Computer schließen. Auch Kollegen und/oder Familie informieren, dass man in dieser Zeit nicht erreichbar ist.
ABER DAS GEHT DOCH NICHT!
ICH MUSS IN MEINEM JOB IMMER ERREICHBAR SEIN!
UND WAS IST, WENN EIN FAMILIÄRER NOTFALL IST?
Für alles gibt es eine Lösung. Es natürlich in kaum einem Job möglich ständig nur Deep Work zu betreiben, doch zu ausgewählten Zeiten ist es bei den meisten sehr wohl möglich das Telefon nach Absprache kurz zur Kollegin umzuleiten, dem Partner zu sagen, dass er im Notfall ans Handy gehen soll und so weiter. Wenn wir möchten ist fast alles möglich. Denn auch wir sind nicht unentbehrlich. Wir brauchen nur die richtigen Lösungen.
 
Und wenn du es einmal probiert hast, wirst du sehen wie gut es sich anfühlt sich mal wieder voll und ganz auf eine Aufgabe zu konzentrieren und wie viel schneller, effizienter, kreativer man eigentlich ist.
 
Je öfter man sich kurze Deep Work-Zeiten einplant, desto besser lernt man sich dann auch selbst kennen. Man merkt wie lange man sich eigentlich auch gut auf eine Aufgabe konzentrieren kann und wann man eine kurze Pause braucht. Bei mir haben sich zum Beispiel 1,5 bis 2 Stunden sehr gut bewährt.
Ich bin gespannt wie es dir dabei geht und freu mich auf dein Feedback.
Fotos: © Hans Aschauer